Stuhlmechaniken

Unsere Bürodrehstühle sind mit unterschiedlichen Mechaniken ausgestattet, die das Sitzen im Büro ergonomischer gestalten und insofern hauptsächlich rückenschonend wirken sollen. Wir wollen Ihnen die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der einzelnen Mechaniken aufzeigen, damit Sie für Ihre Auswahl aus den zahlreichen Stühlen besser gewappnet sind. Bevor wir uns aber den einzelnen Mechanismen zuwenden, einige grundsätzliche Worte zum Thema Sitzkomfort.

Die Bequemlichkeit, Robustheit und Lebensdauer eines Bürostuhls werden nicht ausschließlich von seinem mechanischen Aufbau beeinflußt, sondern maßgeblich auch von den verwendeten Materialien. Ein sehr strapazierfähiger Bezugsstoff auf einem straffen, dicken Polster, das sich auch nach Jahren intensiver Benutzung nicht durchsitzt, machen einen Stuhl sehr viel komfortabler und haltbarer als eine fingerdickes Schaumgummipolster, überzogen mit billigem Dekostoff. Ein gut geformter und gepolsterter Stuhl ohne jede komplizierte Mechanik kann deutlich bequemer (und ergonomisch gesünder!) sein als ein Billigprodukt mit den neuesten mechanischen Finessen. Wer sich auf seinem Stuhl nur selten zurücklehnt, wird nicht unbedingt eine raffinierte Mechanik benötigen, die dabei auch noch unter ungünstigsten Bedingungen maximale Ergonomie sicherstellt.

Der ergonomische Effekt ist wesentlich größer, wenn man ab und zu mal aufsteht, auf und ab geht, etwas Gymnastik betreibt oder im Stehen weiterarbeitet. Insofern sollten Sie die nachfolgend beschriebenen Mechanismen nicht unter dem Blickwinkel betrachten, Ihr Stuhl müsse unbedingt jedes Feature aufweisen, das neuerdings lieferbar ist. Im Gegenteil, manchmal "erfinden" die Hersteller neue Features, nur um sich im hart umkämpften Markt durch eine "Innovation" vom Wettbewerb abzuheben.

Wir werden versuchen, die einzelnen Mechanismen nicht nur in ihrer Funktion, sondern auch in ihrer Relevanz für Ergonomie und Alltagsnutzen darzustellen.

Drehmechanik

Die Drehmechanik gehört heute zu den Selbstverständlichkeiten bei jedem Bürostuhl. Der Stuhlsitz wird dazu frei drehbar auf einem zentralen Drehpunkt angebracht. Dadurch ist die Grundform des Bürostuhls bereits festgelegt: er hat ein Fußkreuz für einen festen Stand, darauf eine senkrechte Säule, die die Drehachse aufnimmt und darauf den eigentlichen Sitz.

Rollmechanik

Auch die Fußrollen gehören heute zur Standardausstattung eines Bürostuhls. In der Praxis hat sich erwiesen, dass fünf- oder sogar sechsarmige Fußkreuze die höchste Standsicherheit aufweisen. Deshalb hat jeder gute Bürostuhl heute ein solches Fußkreuz und ist in der Regel mit fünf Rollen ausgestattet. Früher hatten die Bürostühle oft nur vier Rollen, daher stammt auch die Bezeichnung "Fußkreuz".

Bei den Rollen muss man beachten, dass es Ausführungen für harte (Stein, Laminat, Parkett) und für weiche Böden (Auslegware, Teppich) gibt.

Hubmechanik

Ebenfalls eine Standardausstattung: die Hubmechanik. Durch das vorgegebene Konstruktionsprinzip mit einer zentralen Drehsäule ist es konstruktiv einfach realisierbar, die Sitzhöhe durch Einschieben oder Herausziehen der Drehachse anzupassen. Das Ausfahren geschieht durch Federkraft, das Einfahren gegen den Widerstand der Feder, indem man sich auf den Stuhl setzt. Die gewünschte Sitzhöhe wird mit einer Klemmung oder Rastung fixiert.

Federmechanik

Nicht zu verwechseln mit der Feder für die Höhenverstellung ist die zusätzliche Sitzfederung. Sie macht den Sitz gewissermaßen "weicher", indem sie den Nutzer in einem Gleichgewicht zwischen Federkraft und Körpergewicht schweben läßt. Damit das funktioniert, muss die Federkraft genau auf das Körpergewicht des Benutzers einstellbar, also in einem weiten Bereich stufenlos (!) regulierbar sein.

Asynchronmechanik

Auch einfachste Bürostühle verfügen in der Regel über Einstellmöglichkeiten für die Sitztiefe, die Sitzneigung und die Lehnenneigung. Das ist einfach unumgänglich, damit unterschiedlich große und schwere Personen bequem auf dem Stuhl sitzen können. Der Sitz soll lang genug sein, um die Oberschenkel auf ihrer ganzen Länge zu unterstützen; er soll aber nur so lang sein, dass die Kniekehlen frei bleiben, damit die Blutzufuhr zu den Beinen nicht abgeklemmt wird. Sitzhöhe und -neigung sollen so eingestellt sein, dass die Füße mit der ganzen Sohle fest auf dem Boden stehen und der Winkel zwischen Ober- und Unterschenkel mehr als 90 Grad beträgt. Die Lehne soll den Rücken stützen und dazu möglichst in voller Länge am Rücken anliegen und seine Form nachbilden, insbesondere im Lendenbereich. Bei einer Asynchronmechanik schwingt die Lehne beim Zurücklehnen unabhängig vom Sitz, kann aber auch festgestellt werden. Der Sitz kann separat (asynchron) eingestellt werden.

Bei simplen Stühlen - auch bei vielen Kinderstühlen - erreicht man sowohl Sitzlängen- als auch Lehneneinstellung, indem man den Lehnenträger waagerecht bis in die geeignete Position verschiebt. Leider ist der Verstellbereich dafür nicht besonders groß, weil Drehsäule und Lehnenträger sich sonst überkreuzen würden.

Permanentkontakt- Mechanik

Fehlt die Einstellmöglichkeit für den Sitz, ist also die Lehne allein der Träger der ergonomischen Funktion, dann spricht man von einer Permanentkontakt- Mechanik.

Sowohl bei der Asynchron- als auch bei der Permanentkontakt- Mechanik kommt es beim Zurücklehnen zu einer Längsbewegung des Rückens entlang der Lehne. Das bewirkt den sogenannten "Hemdauszieh- Effekt", der um so größer wird, je stärker die relative Längsbewegung ist.

Wippmechanik

Bei einer Wippmechanik ist der komplette Sitz samt Rückenlehne wie eine Wippe gelagert, man kann also nicht nur ergonomisch korrekt darauf sitzen, sondern sich gegen die Kraft einer Feder auch zurücklehnen. Dabei kippen Sitz und Lehne als starrer Verbund nach hinten.

Bei einer "echten" Wippmechanik befindet sich die Wipp- Achse unter der Sitzmitte. Beim Zurücklehnen kommt also die Sitzvorderkante hoch, was ergonomisch nicht sinnvoll ist, denn dadurch werden die Beine angehoben. In der Folge erhöht sich der Druck auf die Unterseite der Unterschenkel und die Füße stehen nicht mehr fest auf dem Boden, sondern heben sich ein wenig an. Für den Benutzer entsteht nicht so sehr das Gefühl, sich zurückgelehnt zu haben, sondern eher das Gefühl, in einem Schaukelstuhl zu sitzen.

Um das zu vermeiden, werden Wippeinrichtungen oft so ausgeführt, dass ihr Drehpunkt weiter vorn liegt, möglichst dicht an den Knien des Benutzers. So bleibt die Sitzvorderkante immer in gleicher Höhe, während die Stützfeder aufgrund des längeren Hebelweges und der ungleichen Gewichtsverteilung deutlich stärker ausgeführt werden muss, was wiederum zu einem höheren Preis führt.

Beide Ausführungen bieten nicht das Nonplusultra an Ergonomie, sind aber preiswert und nach wie vor im Alltag gut nutzbar. Etliche dieser Stühle sind auf Grund ihrer Formgebung, Polsterung und Bezugsstoffe (auch Kunstleder oder Echtleder sind im Angebot) auch für die gewerbliche Nutzung geeignet. Das bedeutet, dass sie im Unterschied zu den sogenannten Homeoffice-Stühlen für ein tägliches "Be-Sitzen" von mehr als vier Stunden geeignet sind.

Wir empfehlen Stühle mit Wippmechanik uneingeschränkt für das Heimbüro, mit Einschränkungen aber auch für die gewerbliche Nutzung. Man muss jedoch stets die Herstellerangabe im Auge behalten, welche täglich Sitz- Zeit man nicht überschreiten darf. Wenn das weniger als acht Stunden sind, empfehlen sich Wippstühle eher für viel frequentierte Arbeitsplätze wie Baubüros oder Meisterbuden, die nicht durchgängig besetzt sind.

Synchronmechanik

Während bei der Wippmechanik der Winkel zwischen Sitz und Lehne immer konstant bleibt, ist die Synchronmechanik so aufgebaut, dass sich Sitzfläche und Lehne gekoppelt in einem bestimmten Verhältnis (z.B. 1:2 oder 1:3) bewegen. Lehnt man sich beispielsweise um 10 Grad zurück, wird der Sitz synchron um 5 Grad nach hinten geneigt. Es handelt sich also weniger um ein "Zurück-Kippen", sondern mehr um ein echtes Zurücklehnen, bei dem der Körper sich streckt und die Durchblutung sich verbessert.

Andere Bezeichnungen für die Synchronmechanik lauten "Punktsynchronmechanik" oder "Synchromat", sind aber letztlich nur Marketingbezeichnungen für ein und dasselbe Wirkprinzip.

Die konstruktiven Kosten einer Snchronmechanik liegen bauartbedingt stets oberhalb der Kosten für eine Wippmechanik. Allerdings wird das nicht immer klar sichtbar, weil die Hersteller und Händler ihre Preispolitik nicht nur daran ausrichten. Manch "schicker" Wippstuhl ist deutlich teurer als ein "Nullachtfünfzehn"- Synchronstuhl ... besonders wenn er auch noch mit Leder bezogen ist.

Auch hier noch einmal der Hinweis: Stehen Sie immer wieder mal auf, bewegen Sie sich - das bringt viel, viel mehr für Ihre Rückengesundheit als die ausgefeiltesten Mechanismen!

Lordosenstütze

Betrachtet man die Belastung der menschlichen Wirbelsäule, so kommt der Lendenwirbelsäule eine besondere Bedeutung zu. Sie ist besonders hoch belastet. Da sie eine Krümmung nach vorn (bauchwärts) aufweist - das sogenannte Hohlkreuz oder auch die Lordose - ist es nicht so einfach, sie abzustützen. Die Rückenlehne muss an dieser Stelle eine kräftige Auswölbung haben, um die Wirbelsäule stützen zu können. Wenn diese Auswölbung, die Lordosenstütze, aber nicht ganz genau auf die Anatomie des Benutzers passt, sind Druckstellen und Schmerzen vorprogrammiert.

Deshalb werden Lordosestützen häufig verstellbar ausgeführt. Manche funktionieren mit zwei voneinander unabhängigen Gelenken in der Rückenlehne, andere lassen sich mit Luft aufpumpen, wieder andere wie ein Exzenter verstellen.

Generell gilt, dass eine Lordosestütze nur dann ihren Zweck erfüllen kann, wenn der Benutzer auf seinem Sitz so weit wie möglich nach hinten rutscht und aus dieser Position auch von der eingebauten Mechanik nicht wieder verdrängt wird.

Aus den vorgenannten Gründen empfehlen wir dringend, einen Bürostuhl vor dem Kauf probezusitzen und auszutesten, ob die möglichen Einstellbereiche für den jeweiligen Benutzer genügen. Ist das Probesitzen nicht möglich, sollte man wenigstens einen Stuhl mit nominell ausreichend großem Verstellbereich auswählen.

Für besonders große und / oder besonders schwere Benutzer sowie für Benutzer im diensthabenden System (Leitwarten, Fluglotsen usw.) haben wir spezielle Stühle im Programm.


Das Bild zeigt die Synchronmechanik des Wilkhahn NEOS
(Quelle: Wilkhahn NEOS-Broschüre)

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